Nicht ketotische
Hyperglycinämie
Bei der nicht-ketotischen
Hyperglycinämie (NKH) handelt es sich um eine sehr seltene
Stoffwechselerkrankung, die autosomal-rezessiv vererbt wird. Autosomal-rezessiv
heißt, dass beide Elternteile Träger eines defekten Gens sein müssen. Die
Wahrscheinlichkeit beträgt dann 25%, dass das Kind an NKH leidet, 50% dass es
Träger von NKH ist (ohne irgendwelche Probleme) und 25% dass es das Gen gar
nicht hat.
Die angeborene (autosomal rezessiv vererbte) Stoffwechselstörung "nichtketotische
Hyperglycinämie" (NKH) ist gekennzeichnet vor allem durch schwere geistige
Retardierung, Krampfanfälle und Muskelschlaffheit (floppy infant). Meist sind
die Betroffenen schon in den ersten Lebenstagen auffällig. Die Krankheit tritt
in einer Häufigkeit von 1 : 30 - 50.000 auf und ist nur bedingt behandelbar. Die
Mehrzahl der Kinder bedürfen einer langwierigen intensiven Pflege. Bei der
Erkrankung besteht eine Defekt in einem der Bestandteile des Enzyms, das den
Eiweißbaustein (Aminosäure) Glycin abbaut. Das den Körper überschwemmende Glycin
hat eine hemmende Wirkung auf den Hirnstoffwechsel und ist nur wenig
beeinflussbar. Die Behandlung besteht im Wesentlichen in der Gabe von Mitteln,
die Glycin binden und damit die Möglichkeit zur Ausscheidung geben, sowie in der
Verabreichung von Antikrampf- Medikamenten.
Betroffene Kinder sind meist direkt nach der Geburt auffällig. Sie sind sehr
hypoton (Floppy-Child-Syndrom). Die meisten werden in den ersten Lebenswochen
atemdepressiv und versterben. Der Nachweis wird über den Glycinspiegel im Liquor
erbracht.
• Hyperglycinämie, isolierte nichtketotische, Typ 1 • Hyperglycinämie, isolierte
nichtketotische, Typ 2
Die isolierte Nicht-ketotische Hyperglycinämie ist bei Neugeborenen ein relativ
häufiger, autosomal-rezessiv vererbter Stoffwecheldefekt. Betroffen ist das
hepatische System der Glyzinspaltung, die Hauptquelle von
Einkohlenstoff-Radikalen. In der Regel beginnt die Krankheit bei Neugeborenen
mit Koma, schwerer Muskelhypotonie, Myoklonus-Epilepsie und Mikrozephalie. Meist
schreitet sie bis zu schwerer geistiger Retardierung und Tetraspastik fort. Die
EEG-Aktivität ist pseudoperiodisch und niederfrequent ('hypoaktiv'). Im Plasma,
im Urin und in der Zerebrospinalflüssigkeit werden massiv erhöhte Glyzin- und
erniedrigte Serin-Konzentrationen gefunden. Bestätigt wird die Diagnose durch
Messung der Enzymaktivität in der Leberbiopsie. Einige Fälle begannen zu
späterer Zeit mit einer unspezifischen Enzephalopathie. Beschrieben wurden auch
Neugeborene mit transitorischen Krankheitsphasen und anfänglich günstigem
Verlauf, deren Zustand am Ende aber doch enttäuschend war. Die Patienten werden
mit Natrium-Benzoat und Dextromethorphan behandelt, die Wirksamkeit dieser
Behandlung ist aber nicht wirklich gesichert. Ursächliche Mutationen wurden in
den Genen sowohl für die N- als auch für die P-Untereinheit gefunden. Eine
verläßliche vorgeburtliche Diagnostik ist nur bei bekannter Mutation durch
DNA-Analyse möglich, denn die Messung der Glyzin-Spaltung im Chorionbiopsat ist
unsicher. * Autor: Pr. J.-M. Saudubray (März 2004) *
--------------------------------------------------------------------------------------
Am 09.02.1999 wurde eine komplikationslose Leberbeopsie durchgeführt. Diese
wurde in dem Labor von Dr. Rolland in Lyon, Frankreich, untersucht, um die
aufgrund der Konstellation äußerst unwahrscheinliche transitorische Form einer
nichtketotischen Hypergycinämie ausschließen zu können und die Ativität des
Enzymsystems zu bestimmen.Es konnte ein stark verminderte Aktivität als
Bestätigung der Diagnose festgestellt werden. Der Defekt bei dieser Erkrankung
ist auf dem Chromosom 9 lokalisiert, er wird autosomal rezessiv vererbt, so dass
ein Wiederholungsrisiko im Bereich von 25 % besteht..
Die meisten Kinder mit dieser Erkrankung sterben im Säuglingsalter, es gibt aber
ein Paar Ausnahmen wie mich. Diese Kinder sind dann meist schwerstbehindert.
Deutsche Seite über NKH :
www.nkh-network.de
Englische Seite über NKH :
www.nkh-network.org